Panasonic Lumix G1

Panasonic Lumix G1 (Foto: Panasonic)

Nach einigen Spekulationen ist die Katze nun aus dem Sack. Der brandneue Micro Four Thirds Standard hat bereits kurz nach seiner Veröffentlichung – rechtzeitig zur Photokina – das erste konkrete Produkt auf den Markt entlassen. Und diesmal ist es in der Entwicklungsgemeinschaft Olympus – Panasonic nicht wie in den vergangenen Jahren Olympus wie bei der E330 und der Lumix L1 oder später der L10, sondern die Kollegen / Konkurrenten von Panasonic. Das Design des neuen Wunderkastens ohne Spiegel ist ziemlich konservativ bieder an das übliche DSLR-Design angelehnt, also konzentrieren wir uns auf die inneren Werte.

Und es scheint so, als ob Panasonic in den letzten Jahren nur darauf hin entwickelt hätte, diese Kamera auf den Markt zu bringen. All die nützlichen Features aus der LX3 und der FZ28 erfahren in diesem neuen System ihre Veredelung. Sowohl der „Aufsteiger“ von der digitalen Kompaktknipse als auch der erfahrene Amateur-Fotograf, der nicht gerne auf Motivprogrämmchen zurückgreift, sollte mit dieser Kamera bestens bedient werden.

Beim Sensor hat man nach der FZ28 erneut Vernunft bewiesen und es bei „nur“ 12 Megapixeln belassen. Der Chip könnte ein alter Bekannter aus der Olympus E3 sein und das wäre ja nicht das Schlechteste. Live-Preview in Vollendung zeigt auch im Sucher das Bild im eingestellten Seitenverhältnis, ganz so wie es dann anschließend auf der CF-Karte landet.

Dem Vernehmen nach ist der gefürchtete elektronische Sucher ein echter Knaller, hoch aufgelöst und mit innovativen Materialien gefertigt (LCOS  – liquid crystal on silicon) soll er sich -  groß, hell und klar im Sucherbild – eher in der Nähe der semiprofessionellen Spiegelreflexen wiederfinden als an digitale Kompaktknipsen zu erinnern. Schwachpunkt ist ersten Testberichten zufolge die Darstellung bei schwachen Lichtverhältnissen.

Bleibt zu hoffen, dass die Bildqualität mit den offenbaren Handlingvorteilen und der Vielzahl an innovativen Features standhalten kann. Die Eigenwerbung spricht derweil schonmal von „exceptional image quality“. Warten wir einfach die ersten Labortests ab.

Tatsächlich ist dem asiatischen Riesen mit dem genauen Ohr an der Kundschaft durchaus zuzutrauen, dass sie sich mit diesem Produkt einen erklecklichen Anteil an diesem heiß umkämpften Markt sichern.

Quick Facts

  • 12MP Live MOS Four Thirds Standard Sensor. Den potenziellen Staub vom Objektivwechsel schüttelt ein Supersonic Wave-Filter ab.
  • Neue Venus Engine HD mit der Kraft der zwei Herzen
  • Hochauflösendes, 3″ dreh- und schwenkbares Display
  • Hochauflösender (1,44 Mio. Pixel) elektronischer Sucher mit nahezu 100% Bildfeld und 0,74-facher Vergrößerung
  • Schneller Kontrast-AF mit frei wählbarem AF-Punkt (bis zu 23 Messfelder) und Gesichtserkennung
  • Micro Four Thirds-Bajonett für kleinere und leichtere Objektive
  • Blitzschuh für Panasonic/Olympus-Systemblitze
  • In Schwarz, Blau oder Rot zu haben

Passende Objektive

Panasonic)

LUMIX G VARIO 14-45mm/F3.5-5.6 ASPH./MEGA O.I.S. (Foto: Panasonic)

Ein neuer Standard, neue Objektive. Damit auch alle Features der neuen Lumix G1 voll zur Geltung kommen können, empfielt sich der Einsatz der neuen Lumix-Objektive, die ebenfalls mit der G1 veröffentlicht wurden. Man beachte, dass der Leica-Brand an dieser Stelle weggefallen ist. Hier hat der Testballon mit der L1 und L10 wohl gezeigt, dass die Kundschaft nicht in ausreichendem Maße bereit ist, für den Namen Leica im geforderten Maß Geld auf die Ladentheke zu legen. Und auch hier befällt einen wieder der Verdacht, dass die DSLR-Produkte der letzten Jahre (L1, L10) mehr der Vorbereitung dieses Produkts als dem Gewinn von tatsächlichen Marktanteilen zugedacht war. Erfahrung gewinnen, die Reaktion der Kundschaft austesten, das scheint der hauptsächliche Hintergrund dieser Produkte gewesen zu sein.

 

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LUMIX G VARIO 4,0-5,6/45-200mm/ O.I.S. (Foto: Panasonic)

Natürlich wäre kein Hersteller so waghalsig, die Kundschaft dergestalt vor den Kopf zu stoßen, dass die Nutzung bisher erworbener Objektive des eigenen Systems gar nicht mehr möglich ist. Und so gibt es auch hier einen Adapterring zur Nutzung „normaler“ Four Thirds – Objektive, allerdings mit Einschränkungen in Bezug auf die nutzbaren Autofokus-Eigenschaften. Einzig die zuletzt veröffentlichten Leica-Objektive, die Kontrast-AF unterstützen, scheinen diesen Einschränkungen nicht zu unterliegen. Beide neuen, hier abgebildeten Objektive haben den bewährten optischen Bildstabilisator Mega O.I.S. eingebaut, der Sensor hat keine Stabilisierung im Gehäuse!

 

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Testberichte: