Lange erwartet: Panasonic LX3
Neben einem Nachfolger der auf dieser Website von Sir Mikel getesteten Superzoom-Kamera FZ18 und einem Megapixel-Kompaktmonster mit über 14 Megapixel in einem ultrakompakten Gehäuse hat Panasonic gestern mit der LX3 auch den lange erwarteten Nachfolger der ambitionierten LX2 vorgestellt. Damit stellt Panasonic einen aktualisierten Gegner auf gegen Canons “Panzer” G9 und zielt wie Canon damit auf DSLR-Fotografen, die eine leichte Zweitkamera mit kreativen Einflussmöglichkeiten und hoher Bildqualität suchen.
Von den Zahlen her betrachtet ist man angenehm überrascht, dass Panasonic nach dem Pixelwahn der letzten Jahre endlich zur Vernunft gefunden zu haben scheint: Der Sensor löst “nur” 10 Megapixel auf und ist auf dem Papier auch noch ein Stückchen größer als sein Vorgänger (aber immer noch winzig gegen einen Vollformat-Chip…). Das Objektiv setzt auf Qualität und Vernunft statt auf Zoompower: 24-60 mm KB-Brennweite, dafür aber mit einer größten Blende von f2 und dem Prädikat LEICA DC VARIO-SUMMICRON. Am Objektiv findet sich wieder der Umschalter, um aus verschiedenen Bildformaten (4:3, 16:9, …) schon bei der Aufnahme auszuwählen.
Daneben die üblichen Gimmicks, Auto-Modi bis die Venus-Engine-IV qualmt, von der wir doch eher erhoffen, dass sie das Rauschen des immer noch kleinen Sensors bei höheren Empfindlichkeiten weniger unsensibel wegbügelt als ihre Vorgängerinnen. Aber wenn M und A trotzdem auf dem Moduswahlrad zu finden sind: Man muss die Auto-Modi ja nicht benutzen.
Konzeptionell verdient die LX3 einige Sympathie-Punkte: Sie setzt auf Qualität statt Wuchern mitt Kenngrößen. Das Retro-Denken zeigen auch die Filmmodi, die verschiedene Filmtypen emulieren sollen. Und die Panasonic-Ingenieure sprechen von “Stolz” auf ihr neuestes Produkt. Das ist doch auch mal etwas in einem Markt voller gesichtsloser 35-105mm-Plastikkästchen.
Klingt also alles recht vielversprechend, auch erste Hands-On-Berichte wie bei Photoscala. Doch was passiert da? Man werfe einen Blick in die einschlägigen Foren und da sind sie schon wieder, die Experten, die anhand nicht vorhandener Beispielbilder eine Kamera zu Tode analysieren und schlagen, bevor überhaupt die finale Firmware zur Verfügung steht. Und natürlich kann man mit dieser Kamera definitiv keine guten Bilder machen.
Und wieder einmal fragt man sich, ob nicht immer noch primär der Mann oder die Frau hinter dem technischen Kasten bestimmen, ob letztlich ein gutes Foto hinten rausfällt oder nicht. Deshalb ziehe ich mich an dieser Stelle auch bequem auf den unangreifbaren Standpunkt zurück: “Schick sieht sie aus, die neue Lumix LX3!”. Denn über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Und den Rest sehen wir ab August, denn dann soll das kleine Schmuckstück auf den Markt kommen.
Herzlichst, Ihr
Sir Mikel





